Während in Deutschland die Tage grau sind, sitzt man in Valencia mittags in der Sonne auf der Terrasse
Der Januar ist in der Region Valencia kein Reisemonat zweiter Klasse, sondern für viele der angenehmste des Jahres. Die Stadt ist ruhig, die Preise sind niedriger als im Sommer, und das Wetter erlaubt fast täglich Spaziergänge am Meer, Radtouren und ein Mittagessen im Freien. Wer dem mitteleuropäischen Winter für eine Woche oder für mehrere Monate entfliehen möchte, findet hier eine der sonnigsten Ecken des europäischen Festlands, mit Direktflügen nach Valencia und Alicante aus vielen deutschen, österreichischen und Schweizer Städten.
Wie ist das Wetter in Valencia im Winter?
An der Küste liegen die Tageshöchstwerte im Januar meist bei 16 bis 17 Grad, in Alicante oft noch etwas höher, und viele Tage sind wolkenlos. Nachts kühlt es auf etwa 6 bis 8 Grad ab; eine Jacke gehört also ins Gepäck, tagsüber reicht in der Sonne oft ein Pullover. Regen fällt im Winter selten und meist kurz. Im Hinterland, in den Bergen von Castellón und Alicante, ist es deutlich kälter, und auf den Gipfeln liegt gelegentlich Schnee. So lässt sich an einem Tag ein Strandspaziergang am Vormittag mit einer Bergwanderung am Nachmittag verbinden.
Valencia: Stadtkultur ohne Warteschlangen
Im Winter zeigt sich die drittgrößte Stadt Spaniens von ihrer entspanntesten Seite. Die Altstadt mit der Seidenbörse La Lonja (UNESCO-Welterbe), der Kathedrale mit dem Turm Miguelete, den Stadttoren Torres de Serranos und Torres de Quart und dem Mercado Central, einer der schönsten Markthallen Europas, lässt sich in Ruhe erkunden. Der Turia-Park, das ehemalige Flussbett, das heute als neun Kilometer langer Grüngürtel die Stadt durchzieht, ist ideal zum Spazieren und Radfahren bis zur Stadt der Künste und Wissenschaften. Dort sind das Ozeanarium Oceanogràfic und das Wissenschaftsmuseum bei kühlerem Wetter ein perfektes Familienprogramm.
Zwei Termine für die Planung: Am 5. Januar zieht der große Dreikönigsumzug durch die Innenstadt, und ab Ende Februar beginnt die Stadt, sich auf die Fallas im März einzustimmen. Wer im Januar kommt, erlebt Valencia in seiner ruhigsten Form.
Und das Meer ist nie weit: Ein Spaziergang an der Malvarrosa-Promenade im Nachmittagslicht mit anschließendem Reisgericht in einem der Restaurants am Strand ist der klassische valencianische Wintertag.
Costa Blanca: der mildeste Winter Spaniens
Die Provinz Alicante hat die wärmsten Winter des spanischen Festlands. Orte wie Benidorm, Altea, Calpe, Jávea und Dénia bleiben auch im Januar lebendig, mit geöffneten Cafés an der Promenade und Wochenmärkten wie im Sommer. Das ist der Grund, warum die Costa Blanca seit Jahrzehnten das Ziel Nummer eins zum Überwintern ist: Viele Ferienwohnungen und Häuser werden für Aufenthalte von mehreren Wochen oder Monaten vermietet, und die Infrastruktur, von Ärzten bis zu deutschsprachigen Angeboten, ist auf Langzeitgäste eingestellt.
Aktivurlauber kommen im Winter erst recht auf ihre Kosten. Die Wanderungen im Naturpark Serra Gelada zwischen Benidorm und Albir oder auf den Peñón de Ifach in Calpe sind bei 17 Grad viel angenehmer als im Hochsommer. Rennradfahrer kennen die Küstenstraßen und die Pässe im Hinterland wie den Coll de Rates, wo im Winter zahlreiche Profiteams trainieren.
Im Landesinneren lohnen Guadalest mit seiner Burg über dem Stausee und das Tal Vall de Gallinera. Ende Januar und im Februar beginnt dort die Mandelblüte, die die Täler weiß und rosa färbt, eines der schönsten Bilder des valencianischen Winters. In Elche ist der Palmenhain Palmeral, ebenfalls UNESCO-Welterbe, in der kühlen Jahreszeit besonders angenehm zu besichtigen.
Castellón: ruhige Küste und Bergdörfer
Der Norden der Region ist bei deutschen Reisenden noch wenig bekannt und gerade im Winter reizvoll. Peñíscola mit seiner Templerburg auf dem Felsen über dem Meer, im Sommer voller Besucher, ist im Januar fast leer. Morella, eine ummauerte Stadt in den Bergen, ist ein echtes Winterziel: Kamine, deftige Küche und manchmal Schnee in den Gassen. Dazwischen liegen Benicàssim und der Naturpark Desert de les Palmes mit Wanderwegen mit Meerblick, und in Montanejos laden warme Thermalquellen zum Bad im Freien ein.
Was man im Winter isst
Die valencianische Winterküche ist weniger bekannt als die Paella, aber ebenso gut: Arroz al horno (Ofenreis), Puchero (Eintopf), Olleta aus Alicante und All i pebre, ein Aal-Gericht aus der Albufera. Rund um den 17. Januar feiern viele Dörfer Sant Antoni mit Lagerfeuern, Tiersegnungen und traditionellem Gebäck.
Wo übernachten?
Für einen Winteraufenthalt ist eine Ferienwohnung besonders praktisch: eigene Küche, Platz für die Familie und in der Nebensaison oft günstige Preise, gerade bei längeren Aufenthalten. In der Region Valencia tragen legale Ferienwohnungen eine offizielle Registrierungsnummer (Format VT-XXXXX-V, -A oder -CS), die im Inserat stehen muss. Sie vor der Buchung zu prüfen dauert eine Minute und stellt sicher, dass Sie bei einem identifizierbaren Anbieter buchen. ApturCV, der Verband der Ferienwohnungen der Region Valencia, erklärt in seinem Reiseratgeber, wie das geht.
Häufige Fragen
Kann man in Valencia im Januar baden?
Spazieren, Sonne tanken und am Strand essen: ja. Baden ist eher etwas für Hartgesottene, das Wasser ist um diese Zeit kühl. An sonnigen Tagen sieht man trotzdem immer ein paar Schwimmer.
Welcher Ort eignet sich am besten zum Überwintern?
Das hängt vom Stil ab. Benidorm und Albir bieten die meiste Infrastruktur und Unterhaltung, Altea, Calpe und Jávea sind ruhiger und landschaftlich reizvoller, Dénia hat eine schöne Altstadt und einen Hafen mit Fähren nach Ibiza und Mallorca.
Gibt es in der Region Valencia Schnee?
Ja, im Hinterland: in den Bergen von Els Ports und Maestrat (Castellón), in der Sierra de Aitana (Alicante) und im Rincón de Ademuz (Valencia) liegt an einigen Tagen im Jahr Schnee. Ein Skigebiet gibt es nicht, aber winterliche Landschaften sehr wohl.
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